© Gunther Kleinert
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Gunther Kleinert

Gunther Kleinert bewegt sich mit seinem künstlerischen Schaffen im Spannungsfeld von generativer Kunst, Klangvisualisierung und postdigitaler Ästhetik. Der in Hamburg ansässige Designer und Künstler verbindet seinen Hintergrund in Industrie-, Innen- und Produktdesign mit einer konzeptionell fundierten, interdisziplinären Praxis, in der Code, Algorithmus und Klang zu zentralen Gestaltungsmitteln werden.

Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Übersetzung unsichtbarer Prozesse in visuelle Kompositionen. In Serien wie I Can See Music und The Sound of interpretiert Kleinert Musik, Sprache, Umgebungsgeräusche und Daten. Mit dem Blick eines Musikers zerlegt er Kompositionen, extrahiert physikalische Klangparameter und überführt sie in eine eigenständige grafische und geometrische Sprache. Flüchtige akustische Ereignisse erscheinen so als komplexe Zeichnungen, in denen sich System und Intuition, Struktur und Zufall, digitale Präzision und emotionale Tiefe begegnen.

Neben klangbasierten Arbeiten entstehen auch rein algorithmisch generierte Zeichnungen. Kleinert versteht Code nicht nur als Werkzeug, sondern als eigenständiges ästhetisches Medium. Mit einem Stiftplotter aus der Mitte der 1980er Jahre überträgt er digitale Daten auf Papier. Die analoge Zeichenmaschine wird dabei zum Bindeglied zwischen digitaler Information und physischem Artefakt – ein bewusster Kontrast zwischen technologischer Präzision und materieller Unvorhersehbarkeit.

Seine Neugier gilt dem Unsichtbaren: verborgenen Mustern, Rhythmen und Strukturen. Fragen wie „Wie klingt eine Datenstruktur?“ oder „Wie sieht Klang aus?“ treiben seine Arbeit an und verleihen jeder Linie eine spürbare, vielschichtige Tiefe. Zunehmend erweitert Kleinert seine Werke um digitale Erfahrungsebenen wie Augmented Reality und überträgt seine Kompositionen in den dreidimensionalen Raum.

Gunther Kleinert ist insbesondere für seine künstlerische Auseinandersetzung mit der Arbeit des US-amerikanischen Komponisten und Sounddesigners Benjamin Wynn (Deru) bekannt. Darüber hinaus realisierte er Projekte im Kontext des deutschen Loop-Jazz-Duos Olicía (nominiert für den Deutschen Jazzpreis 2022). Seine Arbeiten machen den linearen Prozess des Hörens sichtbar – und eröffnen neue Perspektiven auf die ästhetische Struktur von Musik, Klang und Daten.

English

Gunther Kleinert works at the intersection of generative art, sound visualization, and post-digital aesthetics. Based in Hamburg, the designer and artist draws on his background in industrial design, interior architecture, and product design to develop conceptually rigorous, interdisciplinary projects in which code, algorithms, and sound function as central artistic media.
At the core of his practice is the translation of invisible processes into visual compositions. In series such as I Can See Music and The Sound of, Kleinert interprets music, speech, environmental noise, and data. With the sensibility of a musician, he deconstructs compositions, extracts physical sound parameters, and transforms them into a distinct graphic and geometric language. Ephemeral acoustic events become complex drawings in which system and intuition, structure and chance, digital precision and emotional depth converge.
Alongside sound-based works, Kleinert also creates purely algorithmic generative drawings. He regards code not merely as a tool, but as an autonomous aesthetic medium. Using a pen plotter from the mid-1980s, he translates digital data onto paper. The machine becomes a bridge between digital information and physical artifact—creating a deliberate tension between technological precision and analog unpredictability.
Driven by curiosity about the unseen, Kleinert explores hidden patterns, rhythms, and structures. Questions such as “What does a data structure sound like?” or “What does sound look like?” propel his work and lend each line a palpable, multilayered depth. Increasingly, he expands his practice through augmented reality and three-dimensional applications, integrating spatial dimensions into his immersive compositions.
Gunther Kleinert is particularly known for his artistic engagement with the work of Emmy Award–winning American composer and sound designer Benjamin Wynn (Deru). He has also realized projects in the context of the German loop-jazz duo Olicía (nominated for the German Jazz Prize in 2022). His works make the linear act of listening visible—opening new perspectives on the aesthetic structure of music, sound, and data.

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