© Snyder
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Snyder

Meine Arbeiten sind ein Spiel mit Ordnung und Auflösung. Ich greife auf ordnende Elemente der gebauten Welt zurück – Bahnschilder, Wände, Züge – und lasse sie unter fließenden Linien und Farbverläufen verschwimmen. Strukturen weichen einer neuen, organischen Bewegung, als würde das Starre ins Fließen geraten. Die Inspiration dafür liegt in der chromatischen Aberration – einem physikalischen Farbfehler, der sich über digitale und analoge Abbildungsverfahren tief in unsere visuelle Wahrnehmung eingeprägt hat. Ich nutze diesen Effekt wie eine Art Schmelzprozess: An den Farbsäumen entstehen Unschärfen, das Ausgangsobjekt löst sich Schicht für Schicht auf und das bisher Unbekannte wird herausgeholt. So entstehen Momente, in denen unsere gewohnte Bildwelt ins Wanken gerät – als würde sich hinter der Oberfläche eine andere, ungeahnte Tiefe zeigen. Es ist dieser schmale Grat zwischen Vertrautem und Veränderung, zwischen Kontrolle und Auflösung, der meine Arbeiten prägt – ein Zwischenraum, in dem das Auge für einen Moment innehält.

English

My works are a play with order and dissolution. I draw on elements of order from the built world - railroad signs, walls, trains - and allow them to blur under flowing lines and color gradients. Structures give way to a new, organic movement, as if the rigid becomes fluid. The inspiration for this lies in chromatic aberration - a physical color error that has become deeply engrained in our visual perception through digital and analogue imaging processes. I use this effect like a kind of melting process: blurring occurs at the color fringes, the original object dissolves layer by layer and the previously unknown is brought out. This creates moments in which our familiar visual world is shaken - as if another, undreamt-of depth is revealed behind the surface. It is this fine line between the familiar and change, between control and dissolution, that characterizes my works - an intermediate space in which the eye pauses for a moment.

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